Geschenkkarten als Werbemittel – Das sind die Voraussetzungen

Die Geschenkkarte ist eine der modernsten Formen, auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen. Für die Kunden, die eine solche Karte erhalten, hat sie den Vorteil, dass beispielsweise einen ein kleiner Rabatt gewährt wird oder einmalig vergünstigte Produkte eines Unternehmens gekauft werden können. Für den Betrieb steht hingegen der grosse Vorteil, dass nicht nur klassisch-werberisch Kunden für das Unternehmen interessiert werden, sondern diese im besten Falle auch aufgrund der Geschenkkarte ein Mehrfaches von dem ausgeben, was sie eigentlich ausgeben würden. Dieser Text soll die Möglichkeiten aufzeigen, die mit solchen Geschenkkarten erreicht werden können und gleichzeitig auch über Unterschiede zwischen verschiedenen Karten informieren.

Basiswissen: Was ist eine Geschenkkarte?

Eine Geschenkkarte (auch als Gift Card bezeichnet) ist eine Form der Guthabenkarte. Auf ihr lassen sich Daten elektronisch speichern. Das kann ein Guthaben sein (etwa beim klassischen Gutschein), ein Rabatt, der dann gewährt wird, wenn die Karte beim Kauf von Waren des gleichen Unternehmens vorgelegt wird oder auch eine Sammelmöglichkeit für „Treuepunkte“ (analog zu den früheren Rabattmarken).

Momentan gibt es drei verschiedene Modelle beziehungsweise Varianten von Geschenkkarten

  • Die älteste und gleichzeitig am weitesten verbreitete Option ist das Closed-Loop System. Dabei gibt das Unternehmen eine Geschenkkarte aus, die ausschliesslich in den eigenen Filialen eingelöst werden kann.
  • Beim Open-Loop System handelt es sich hingegen um ein Karten-Netzwerk verschiedener Unternehmen. Das bedeutet, eine bei Firma X erworbene Karte kann sowohl bei diesem Unternehmen und seinen Filialen als auch den am System teilnehmenden Firmen Y und Z und deren Filialen eingelöst werden.

Das Hybrid-Open-Loop System ist eine Mischform: Dabei bietet eine Firma die Karten von verschiedenen Closed Loop Systemen an. Der Kunde kann bei Unternehmen X Karten erwerben, die er auch nur bei dieser Firma einlösen kann. Unternehmen X hat in seinem Repertoire aber auch Karten der Unternehmen Y und Z, die wiederrum aber auch nur entsprechend dort eingelöst werden können. Im Alltag offenbart sich dieses System etwa bei den verschiedenen Prepaid-Telefonanbietern, deren Auflade-Karten nebeneinander in Supermärkten hängen.

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Die Abgleichung der Daten auf diesen Karten läuft online ab: Eine in einer Filiale gekaufte Karte wird dort an der Kasse aktiviert und die Daten ebendieser Karte über ein Serversystem gespeichert. Egal wo der Kunde diese Karte nun einsetzt, wird das System dieses Geschenkkarten-Konto erkennen und kann in Echtzeit den Kontostand der jeweiligen Karte ändern. Auf gleiche Weise kann auch eine dauerhaft ausgegebene Karte auf- oder entladen werden.

Geschichte der Geschenkkarte

Die Historie solcher Karten ist untrennbar mit dem klassischen Gutschein verbunden, den es früher in manchen Unternehmen als Geschenk zu kaufen gab. Ein Kunde bezahlte eine bestimmte Summe und bekam dafür eine Karte, auf der eben diese Summe als Gutschrift vermerkt war. Diese Karte konnte als Geschenk weitergegeben werden und der Beschenkte konnte im ausgebenden Unternehmen für den auf der Karte genannten Preis (bei Zuzahlung auch mehr) einkaufen gehen.

Die moderne Geschenkkarte ist die elektronische Erweiterung dieses Prinzips. Das Closed-Loop System kommt hierbei noch am nächsten an das alte Prinzip heran und wird heute weltweit millionenfach als Geschenk zu allen möglichen Anlässen ausgegeben.

Einer der Vorteile des Systems ist die Wiederverwendbarkeit: Die Karten können beliebig oft aufgeladen werden, sodass die etwas teurere Produktion (bedingt durch das Kunststoffmaterial und den benötigten Chip zur Speicherung der Daten) sich schon nach wenigen Zyklen amortisiert hat – nicht zuletzt kommt das auch der Umwelt zugute.

Die Geschenkkarte als Werbemittel

Shopping / Check out in supermarket store
Durch Clubkarten, die dauerhafte Vergünstigungen versprechen, werden Kunden umso mehr an ein Unternehmen gebunden, denn hier sparen sie Geld und fühlen sich gleichzeitig wertgeschätzt.

Für Unternehmen, die Geschenkkarten ausgeben, hat die Vorgehensweise neben der schlichten Tatsache, dass potenzielle Kunden durch das Firmenlogo auf der Karte aufmerksam gemacht werden, gleich mehrere Vorteile.

  • Wird die Geschenkkarte als klassisches Gutschein-Geschenk ausgegeben, kann der Beschenkte (im Gegensatz zu Bargeldgeschenken) den Gutschein nur in Ihrem Unternehmen einlösen. Je nach Geschenksumme wird er wahrscheinlich auch ein Produkt kaufen, das die auf der Karte enthaltene Summe übersteigt. Eine Firma kann auf diese Weise beispielsweise bei der Eröffnung einer neuen Filiale den Bewohnern der unmittelbaren Umgebung mit der Tagespost eine Karte mit einer geringen einstelligen Summe zukommen lassen – dieses Geschenk werden sich die wenigsten entgehen lassen. Da in diesem Preissegment eher weniger Waren angeboten werden, kaufen die Kunden fast automatisch etwas Teureres. Schliesslich ist dies dann ja immer noch billiger ist als das eigentliche Produkt.
  • Ist mit der Karte eine Rabatt-Aktion verbunden, können die Umsätze im Ausgabegebiet oder der entsprechenden Filiale kurzzeitig gesteigert werden. Diese Vorgehensweise bietet sich nicht nur für bestimmte Produktkategorien an („Mit Karte 15 Prozent Rabatt auf Pflegeartikel“), sondern kann auch gezielt saisonal eingesetzt werden („20 Prozent Rabatt auf alle Weihnachtsartikel ab dem 14. Dezember“).
  • Wird die Karte als dauerhafter Rabatt ausgegeben (bspw. als „Clubkarte“), lässt sich der jeweilige Besitzer durch vergünstigte Produkte dauerhaft an das Unternehmen binden. Zudem bietet sich der Firma die Möglichkeit, mittels der Karte mehr über die Kaufgewohnheiten des Kunden zu lernen. Dadurch kann dem Kunden zielgerichtete Werbung präsentiert werden, was wiederum Streuverluste reduziert.
  • Ein Unternehmen kann Karteninhabern exklusive Angebote machen („Kartenbesitzer können den neuen Roman von XYZ schon eine Woche vor Verkaufsstart erwerben“) und somit Begehrlichkeiten bei Nicht-Inhabern wecken. Wird dies durch entsprechende Werbung dauerhaft signalisiert, lässt sich die Zahl derer steigern, die ebenfalls eine solche Karte haben möchten.
  • Wird die Karte zum Sammeln von Treuepunkten eingesetzt, bieten sich neben den schon genannten Möglichkeiten einer Clubkarte auch die Vorteile, den Kunden langfristig an das Unternehmen zu binden. Wird dies mit nach Punktestand abgestuften Geschenken verbunden („Küchenset ab 3000 Punkten“), wird dem Kunden ein grosser Anreiz gegeben, für jeden Einkauf Ihr Unternehmen aufzusuchen.
  • Nicht zuletzt kann es sich bezahlt machen, Geschenkkarten in wechselnden, attraktiven Designs auszugeben. Auf diese Weise wird nicht nur der digitale Inhalt zum Wert, sondern die Karte selbst, die zum Sammelobjekt wird.

Fazit

Ja, die Geschenkkarte ist eine Bereicherung für viele Unternehmen. Sie vereint nicht nur die Möglichkeiten, als Werbeträger genutzt zu werden, sondern dient auch dazu auf vielfältigste Art und Weise Kunden an das Unternehmen zu binden und Neukunden schneller zu gewinnen. Die Vorteile sind auf einen Blick

  • Die Einlösung der Geschenkkarte ist nur im eigenen Unternehmen möglich (Closed-Loop-System).
  • Saisonal kann der Umsatz kurzfristig gesteigert werden.
  • Die Kunden werden an das Unternehmen gebunden und ihr Kaufverhalten kann besser nachvollzogen werden.
  • Unternehmen können ihren Kunden exklusive Angebote unterbreiten.
  • Treuepunkte animieren Kunden dazu dauerhaft bei einem Unternehmen zu kaufen und wirken sich gleichzeitig positiv auf den Umsatz aus.
  • Durch ansprechendes Design kann die Karte selbst Objekt der Begierde für Kunden werden.

Der einzige Nachteil liegt darin, dass Karten (wie prinzipiell alles, was in elektronischer Form funktioniert) zum Ziel von Betrügereien werden können. Hiervor warnt auch die Presse in regelmässigen Abständen. Ziel für ein Unternehmen muss es also auch sein, durch Konsultierung von Experten sicherzustellen, dass die Karten nur schwer gefälscht oder ohne Zahlung aufgeladen werden können. Auch das kann sich finanziell wiederum dann zusätzlich lohnen, wenn das Unternehmen dann mit seinen besonders sicheren Karten wirbt.

 

 

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