Tipps zur Mitarbeitermotivation

Die Motivation der Mitarbeiter ist ein Schlüsselkriterium für den Unternehmenserfolg. Neben einer fairen und angemessenen Bezahlung legen Beschäftigte auf zahlreiche andere Faktoren bei der Auswahl ihres Arbeitgebers Wert. Zufriedene Mitarbeiter sind in der Regel motivierter, zudem gilt: Je motivierter die Mitarbeiter sind, desto leistungsfähiger und produktiver sind sie.

Wie kann es Unternehmen gelingen, die Beschäftigten bedürfnisorientiert zu motivieren? Welche Maßnahmen helfen wirklich und kommen bei Beschäftigten gut an? Die beiden Fragen stehen im Fokus der folgenden Erläuterungen.

 

Mitarbeitermotivation als ein Baustein für den Unternehmenserfolg

Sämtliche Faktoren, die den Erfolg eines Unternehmens ausmachen, hängen zusammen. Eine wertschätzende Arbeitskultur ist Voraussetzung für zufriedene Mitarbeiter. In einer solchen Arbeitsumgebung sind die Mitarbeiter leistungsfähiger, sie sind engagiert und bringen sich ein, all dies steigert im Regelfall die Produktivität des einzelnen Mitarbeiters und dies wiederum bedingt den Erfolg eines Unternehmens.

 

Schaffung eines motivierenden Arbeitsklimas

Kommunikation über Mitarbeitermotivation sowie über eine offene und wertschätzende Arbeitskultur sind Voraussetzungen dafür, dass Beschäftigte und Bewerber dieses Engagement der Unternehmen wahrnehmen.

Es ist für Unternehmen von Vorteil, wenn die Mitarbeiter darin unterstützt werden, den Wandel im Unternehmen aktiv mitzugestalten und sich hierdurch persönlich weiterentwickeln zu können. Kurz gesagt: Die Mitarbeiter definieren die Arbeitsplatzkultur.

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Die Rolle von Führungskräften bei der Mitarbeitermotivation

Die Herstellung einer wertschätzenden Arbeitskultur hängt zu einem großen Teil vom Verhalten der Führungsebene ab. Führungskräfte, die sowohl fachlich als auch sozial kompetent sind, sind Dreh- und Angelpunkt einer positiv empfundenen Arbeitsatmosphäre. Leben Führungskräfte eine transparente und offene Kommunikation vor und suchen sie aktiv den Kontakt mit der Belegschaft, zahlt diese es mit überdurchschnittlichen Leistungen zurück.

In den letzten Jahren sind die Erwartungen an die Führungskräfte gestiegen, Mitarbeiter wollen nicht mehr nur als Arbeitskraft, sondern als ganzheitliche Person mit sowohl beruflichen als auch privaten Bedürfnissen angesehen werden. Jeder Mitarbeiter möchte sich als vollwertiges Teammitglied verstanden wissen und dementsprechend behandelt werden. Für die Führungskräfte bedeutet dies das Entgegenbringen von Respekt und Wertschätzung sowie die zunehmende Einbeziehung der Mitarbeiter in Entscheidungen.

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Offene und transparente Kommunikation

Eine umfassende und professionelle Feedbackkultur der Vorgesetzten ist ein wichtiger Faktor für zufriedene und engagierte Mitarbeiter. Die Unternehmenskultur sollte von Transparenz und Offenheit geprägt sein, dies kann räumlich in offenen Büros – sogenannte „Open-Space-Büros“, in denen Mitarbeiter gemeinsam arbeiten – zum Ausdruck kommen. Im Arbeitsalltag können Beschäftigte Anerkennung und Wertschätzung auf zahlreichen Wegen erfahren:

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Aufbau und Weiterentwicklung von Führungskompetenzen

Der Aufbau und die gezielte Weiterentwicklung von Führungskompetenzen gewinnen für Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Verantwortlich hierfür ist auch die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt: Externe Fachkräfte und Dienstleister unterstützen Firmen bei einzelnen Arbeitsprozessen, in einigen Fällen muss diese Zusammenarbeit in einem internationalen Umfeld organisiert werden. Hierfür braucht es neben dem nötigen Sachverstand die Fähigkeit, die Mitarbeiter mitzunehmen und sie zu motivieren.

Ob dies gelingt, ist durch regelmäßige Evaluierungen der Führungsqualitäten der Fachkräfte sowie der Führungsebene festzustellen. Durch diese Maßnahmen lasse sich potenzieller Weiterbildungsbedarf in puncto Personalführung ausmachen.

 

Kompetenzen der Mitarbeiter erkennen und fördern

Mitarbeiter, die einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen und zudem ein gewisses Maß an Gestaltungsfreiheit in ihrem Beruf besitzen, sind generell zufriedener und engagierter und somit in der Regel auch produktiver.

Zum einen ist sicherzustellen, dass die Aufgaben und Anforderungen den Qualifikationen und Fähigkeiten des jeweiligen Mitarbeiters entsprechen. Zum anderen sollten sich die Tätigkeiten auch weitestgehend an seinen Bedürfnissen und Wünschen orientieren. Diese beiden Aspekte wirken sich in einem hohen Maße auf die Motivation und somit auch auf die Produktivität aus.

Damit die Beschäftigten mit aktuellen Methoden und Techniken in ihrem jeweiligen Aufgabengebiet vertraut sind, sollten ihnen regelmäßige Fort- und Weiterbildungen ermöglicht werden.

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Mitarbeiterengagement fördern

Immer mehr Branchen werden von Technologie durchdrungen, die sich mitunter schnell wandeln. Das vielzitierte lebenslange Lernen gilt heute mehr denn ja und bezieht sich vor allem auf den Erwerb von Kompetenzen, um mit der Zeit gehen zu können. Wichtig ist es, die eigene Neugier stets zu bewahren und sich von neuen Entwicklungen und Technologien nicht abschrecken zu lassen.

Im Falle von Umstrukturierungen aufgrund von flexiblen Arbeitszeitmodellen oder durch familiäre Verpflichtungen einiger Mitarbeiter kann die Delegation der Aufgaben der Führungskraft/Führungskräfte auf die Mitarbeiter zu einem Erfolg für alle Beteiligten führen. Die Führungskräfte sind in der Regel zufriedener und ausgeglichener und arbeiten dadurch auch konzentrierter. Die Kollegen sind ebenfalls motivierter, da sie anspruchsvollere Aufgaben übertragen bekommen. Funktioniert dieses Modell, sollten alle Beteiligten von der Führungsebene die entsprechende Wertschätzung erfahren.

 

Gesundheitsmanagement – Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter

Gesundheit am Arbeitsplatz wird wichtiger

Mitarbeitermotivation_JAN_Abbildung 3Die Herausbildung einer Unternehmenskultur, die Mitarbeiter darin unterstützt, in sich selbst zu investieren und dabei noch gesund und leistungsfähig zu bleiben, ist eine zentrale Aufgabe in der Unternehmensführung. Immer mehr Arbeitgeber setzen sich mit Gesundheit am Arbeitsplatz auseinander und räumen diesem Thema eine zunehmend wichtige Bedeutung ein.

Wenn ein Unternehmen die Bedingungen am Arbeitsplatz durch freiwillige Angebote und Leistungen verbessert, schafft es dadurch eine angenehmere Arbeitsatmosphäre. Die Bereitstellung von kostenlosen Getränken und (gesunden) Snacks, z.B. Wasser, Kaffee, Obst und Müsli, steigert die Arbeitsleistung. Die Mitarbeiter fühlen, dass sich der Arbeitgeber um sie kümmert. Ist der Bedarf nach einer Kantine vorhanden und verfügt ein Unternehmen über die entsprechenden finanziellen und organisatorischen Kapazitäten, verbessert dies die Arbeitsbedingungen zusätzlich.

 

Gesunde Mitarbeiter sind produktiver

Gesundheitsmanagement und die Unterstützung einer ausgewogenen Arbeits- und Lebenszeit hilft dabei, produktivere Teams aufzubauen, die sich durch einen niedrigeren Krankenstand und durch eine geringere Fluktuation auszeichnen.

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Firmen, die in die Gesundheit der Mitarbeiter investieren, fördern nicht nur den Teamgeist, sondern auch die Motivation und die Zufriedenheit des einzelnen Mitarbeiters. Es gibt zahlreiche Konzepte, Maßnahmen und Instrumente, um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern:

 

Events und Betriebsfeiern

Firmenevents fördern das betriebliche Miteinander und den Kontakt zwischen den Kollegen untereinander. Die Öffnung von dieser Art von betrieblichen Veranstaltungen und die Organisation eines Kinderprogramms auf einem Betriebsfest signalisieren, dass das jeweilige Unternehmen auch die Familien der Beschäftigten wertschätzt. Es empfiehlt sich, auf Wünsche und Anregungen der Mitarbeiter einzugehen. Wenn die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt werden, fördert dies die Mitarbeiterbindung. Eine Führung für Familienangehörige durch das Unternehmen macht das Arbeitsumfeld und die Arbeitsabläufe transparenter und verständlicher.

 

Familienfreundliche Arbeitgeber – Erfolgsfaktor Familie

Empfehlungen für eine gelungene unternehmensinterne Kommunikation

Investition in die Mitarbeiter umfasst auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hierbei ist es wichtig, dass die Unternehmen keine blumigen Versprechen abgeben, sondern konkrete Angebote unterbreiten. Des Weiteren ist eine strategische und zielgruppenorientierte Kommunikation bedeutend. Mitarbeiter und Außenstehende erkennen diese daran, dass Maßnahmen zu mehr Familienfreundlichkeit klar identifizierbar sind und dass Personen genannt werden können, die diese Möglichkeiten erfolgreich nutzen.

 

Passender Medienmix und richtige Informationskanäle

Die Unternehmenskommunikation muss authentisch sein, sie muss zum jeweiligen Betrieb passen und konkret vermitteln, welche Maßnahmen der jeweilige Arbeitgeber im Bereich Mitarbeitermotivation durch familienfreundlichere Arbeitsbedingungen bislang umgesetzt hat und welche weiteren Maßnahmen geplant sind.

Zunächst ist zu ermitteln, wen und wie die jeweilige Zielgruppe im Betrieb am besten zu erreichen ist. In einem Software-Unternehmen sind andere Instrumente gefragt als beispielsweise in einem Handwerksbetrieb. Insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen zahlen sich die Nähe der Führungsebene zu den Mitarbeitern sowie in den meisten Fällen flache Hierarchien aus.

Abhängig von der Art des Betriebs und der Größe bieten sich ein Schwarzes Brett oder das Intranet mit integrierten Social-Media-Instrumente an, um Informationen und Maßnahmen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu vermitteln. Zahlreiche Kommunen betreiben Internetportale oder informieren in Broschüren über entsprechende Angebote, diese Informationen können in den Unternehmen ebenfalls bekannt gemacht werden.

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Erfolgsfaktoren für eine gelungene interne Unternehmenskommunikation zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

Mitarbeitergespräche und betriebliche Ansprechpartner

Eine übergeordnete und stimmige Kommunikationsstrategie stellt Familienfreundlichkeit als festen Bestandteil der Unternehmenskultur dar, diesen Worten sollten dann auch Taten folgen. Individuelle Lösungen für die einzelnen Mitarbeiter lassen sich vor allem in persönlichen Gesprächen erarbeiten. Mitarbeitergespräche stellen einen passenden Rahmen dar, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie regelmäßig zu thematisieren.

Zudem sind betriebliche Ansprechpartner eine wichtige Anlaufstelle bei persönlichen Anliegen, vorausgesetzt, die Namen sind in der Belegschaft bekannt und die Personen sind in der Lage, qualifizierten Rat zu geben. Es handelt sich häufig um Mitarbeiter der Personalabteilung oder um direkte Kollegen in der jeweiligen Abteilung. Insbesondere bei sensiblen Themen, z.B. die Pflege von Angehörigen oder bei persönlichen Problemen, ist die Hemmschwelle zur direkten Ansprache eines Kollegen im Team im Regelfall niedriger als bei Führungskräften. Häufig agieren diese Personen auch als Bindeglied zu Führungskräften und zur Geschäftsführung.

 

Mitarbeiterversammlungen

Die jährliche Betriebsversammlung stellt eine gute Gelegenheit dar, das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Fokus zu rücken. Auf diesem Wege werden alle Kollegen auf mündlichem Wege unmittelbar erreicht und es wird ein positives Signal an die Belegschaft gesendet. Eine Fokussierung auf diese großen Veranstaltungen darf jedoch nicht dazu verleiten, die Kommunikation an den anderen Tagen im Jahr zu vernachlässigen.

 

Newsletter und Mitarbeiterzeitung

Über diese beiden Medien können Angebote und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bewusst vermittelt werden. Hierbei wecken realistische Geschichten mit echten Menschen, z.B. Erfahrungen während der Kinderbetreuung oder Herausforderungen bei der Pflege von Angehörigen, spezielles Interesse.

 

Abstimmung zwischen interner und externer Kommunikation

Die interne sowie externe Unternehmenskommunikation hängen zusammen, sie bedingen sich gegenseitig. Eine gelungene interne Kommunikation ist Voraussetzung für den Transport der Werte und Botschaften eines Betriebes nach außen. Bei der externen Kommunikation ist die Webseite eines Unternehmens nicht mehr wegzudenken. Für Interessierte von außen stellt sie einen ersten Anlaufpunkt dar und auch die Mitarbeiter registrieren, welches Bild wie auf der Webseite präsentiert wird.

Es hat sich herausgestellt, dass persönliche Botschaften der Belegschaft – auf der Unternehmenswebseite, in Imagebroschüren, auf Messen oder in sozialen Netzwerken – die Botschaft eines familienfreundlichen Unternehmens unterstreichen und die Glaubwürdigkeit erhöhen.

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Arbeitszeitgestaltung – Work-Life-Balance als Motivationsschub

Viele Eltern wollen sich die Bewältigung von beruflichen und familiären Aufgaben partnerschaftlich teilen. Wenn sich Unternehmen diesen Herausforderungen annehmen, die notwendigen Strukturen einrichten und entsprechende Maßnahmen umsetzen, profitieren beide Seiten.

Um die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie zu erleichtern, werden häufig flexible Arbeitszeiten angeführt. Ist dies aufgrund der Arbeitsorganisation und den betrieblichen Abläufen nicht möglich, hilft die Vereinbarung von konkreten Arbeitsstunden in der Regel mehr als feste Vorgaben.

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Ermöglichung von flexiblen Arbeitszeitmodellen

Generell verstehen Beschäftigte unter Flexibilität, die Arbeitszeit freier gestalten zu können. Umgekehrt bedeutet dies für Unternehmen, dass sie in der Regel weniger Fehl- und Ausfallzeiten haben. Bei den Arbeitszeitmodellen sollte jedes Unternehmen das im Einzelfall passende Modell erarbeiten. Die Grundbausteine der Arbeitszeitgestaltung heißen Dauer, Lage sowie die Verteilung von Arbeit. Es motiviert Beschäftigte, mehr Kontrolle und Planungssicherheit über den privaten und beruflichen Alltag zu besitzen. Dies führt dazu, dass sie sich bei Bedarf auch mehr im Unternehmen einsetzen.

Moderne Arbeitszeitmodelle benötigen klare und transparente Regeln sowie eine Orientierung an einem fairen Ergebnis. Die Modelle wirken nachhaltig, wenn sie im Unternehmen gemeinsam in einer Arbeitsgruppe mit Beschäftigten aus allen Ebenen erarbeitet werden. Hierbei gilt es, sich über Ziele zu verständigen und zu überlegen, an welchen Hebeln anzusetzen ist, damit familienfreundliche Arbeitszeiten umgesetzt werden, die auch im Einklang mit den Zielen des Unternehmens stehen.

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Gleitzeit

Die am häufigsten praktizierte Form der flexiblen Arbeitszeitgestaltung ist Gleitzeit. Dies ist eine einfache und wirkungsvolle Maßnahme, sie ermöglicht es den Beschäftigten, die Arbeitszeit an private Bedürfnisse anzupassen, z.B. die Sicherstellung der Kinderbetreuung in der Kita oder der Besuch eines pflegebedürftigen Elternteils. Viele Unternehmen geben eine Kernarbeitszeit vor, um die Anwesenheit aller Beschäftigten zu gewährleisten, dies bewirkt bei dem einzelnen Mitarbeiter zudem mehr Verantwortungsgefühl für die Arbeitsabläufe.

Um eine dauerhafte Benachteiligung von einzelnen Kollegen vorzubeugen, sollte sicherstellt sein, dass nicht immer dieselben Mitarbeiter unangenehme Arbeitszeiten und Tätigkeiten leisten müssen. Unternehmen sollten aufkommende Bedenken und Beschwerden ernst nehmen und die Mehrbelastung der Mitarbeiter honorieren. Ferner gilt es, gegenseitiges Verständnis zu fördern.

 

Arbeitszeitkonten

Der Gedanke hinter einem Arbeitszeitkonto ist der Ausgleich von betrieblichen Auftragsschwankungen. In Phasen mit weniger Aufträgen kann den Mitarbeitern mehr Zeit eingeräumt werden, damit sie ihren familiären Pflichten nachkommen können. Bei Auftragsspitzen wird mehr gearbeitet, die jeweilige Differenz wird dann mit Plus- bzw. Minusstunden auf dem Arbeitszeitskonto ausgeglichen.

Die Erfassung der schwankenden Arbeitszeit über einen längeren Zeitraum erfordert ein Mehr an Personalaufwand, jedoch profitieren beide Seiten von dieser Regelung. Unternehmen müssen die Mehrkosten während der saisonalen Schwankungen durch Kurzarbeit oder Zuschläge für Überstunden nicht tragen. Sind Beschäftigte aufgrund von familiären Verpflichtungen oder Weiterbildungen längerfristig vom Arbeitsplatz abwesend, kann das Anlegen eines Lebensarbeitszeitskontos die Wiedereingliederung in den Betrieb erleichtern.

 

Vertrauensarbeitszeit

Dieses Modell wird vor allem in Unternehmen in der Verwaltung eingesetzt, der Arbeitgeber führt dabei keine Arbeitszeitkonten. Die Beschäftigten organisieren ihre vertraglich bestimmte Arbeitszeit eigenverantwortlich, dies bedingt einen intensiven Austausch zwischen Führungskräften und den Mitarbeitern über konkrete Ziele und die Organisation der Arbeitsprozesse.

 

Teilzeit und Jobsharing:

Teilzeit während der Elternzeit oder abgestufte Teilzeit

Wenn Beschäftigte in Elternzeit gehen, bedeutet dies nicht notwendigerweise eine komplette Abkehr vom Beruf. Aus rechtlicher Perspektive können Arbeitnehmer durchschnittlich bis zu 30 Wochenstunden in Teilzeit arbeiten. Teilen sich beide Elternteile diesen Zeitraum oder nehmen sie die Elternzeit abwechselnd, kann unter Umständen jeder Elternteil das Arbeitszeitvolumen bestmöglich ausschöpfen. Beim Wiedereinstieg in den Beruf nach einer komplett genommenen Elternzeit kommt eine stufenweise Erhöhung der Arbeitszeit infrage.

Beide Teilzeitmodelle schaffen Anreize, nicht vollständig aus dem Beruf auszuscheiden bzw. so schnell wie möglich aus der Arbeitszeit in den Beruf zurückzukehren. Den Unternehmen eröffnet sich damit die Möglichkeit, einen schnellen Wiedereinstieg reibungslos zu organisieren und somit qualifizierte Mitarbeiter zu binden.

 

Reduzierte Vollzeit

Teilzeitarbeitsmodelle werden häufig mit einem Halbtagsjob gleichgesetzt, es gibt jedoch auch Modelle, die 70 bis 80 Prozent der vollen Arbeitszeit vorsehen. Dabei ist die Verteilung der Arbeitszeit individuell zu gestalten. Dies bringt eine Umstrukturierung der betrieblichen Abläufe mit sich, hierfür sind Aufgaben neu zu verteilen bzw. zu delegieren.

Werden Führungspositionen in Teilzeit gestaltet, hat dies eine besondere Signalwirkung für das gesamte Unternehmen. Dies ist ein Beweis für die Annahme, dass eine qualifizierte Tätigkeit mit der Wahrnehmung von familiären Pflichten vereinbar ist. Zudem spricht es für das Unternehmen insgesamt, wenn die Arbeitsabläufe nach der Umstrukturierung sowie Neuverteilung der Aufgaben nahezu wie vorher funktionieren.

 

Arbeitsplatzteilung (Jobsharing)

Hierbei teilen sich zwei Beschäftigte einen Arbeitsplatz und stimmen ihre Arbeits- und Freizeit entsprechend ihrer Bedürfnisse untereinander ab. Damit der gesamte Arbeitsprozess reibungslos abläuft, müssen Führungskräfte einige Aufgaben an andere Mitarbeiter abgeben. Des Weiteren ist bei diesem Arbeitszeitmodell ausreichend Zeit für die Übergabe der Aufgaben einzuplanen.

 

Familienfreundliche Schichtmodelle

Auch in der Schichtarbeit gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese in gewisser Hinsicht flexibel und familienfreundlich zu gestalten:

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Mobiles Arbeiten – Home-Office und Arbeiten von unterwegs:

Chancen und Möglichkeiten von Home-Office

Das Arbeiten von zuhause ist vor allem für alleinerziehende Mütter oder Vater sowie für Elternteile, die von ihren Kindern getrennt leben, eine attraktive Möglichkeit. Durch das Reservieren von festen freien Tagen am Anfang oder Ende der Woche kommen die Arbeitgeber dieser Zielgruppe ebenfalls entgegen.

Mobiles Arbeiten bzw. Home-Office unterstützt die Organisation von beruflichen sowie privaten und familiären Pflichten, es kann den Alltag der Beschäftigten entzerren und ihnen mehr Raum und Kontrolle zur Bewältigung der Herausforderungen geben.

Heutzutage können rund 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland mobiles Arbeiten branchenübergreifend ermöglichen, lediglich in der Produktion ist dieser Prozentsatz aktuell noch geringer. Viele Beschäftigte besitzen bereits das nötige Know-how und in nahezu jedem Betrieb gibt es Tätigkeiten, die auch von zuhause aus erledigt werden können.

 

Risiken von Home-Office

Neben den zahlreichen Vorteilen und Chancen, die das mobile Arbeiten bzw. Home-Office bietet, sind auch einige Risiken zu berücksichtigen. Diese entstehen vor allem dann, wenn die Arbeitsorganisation und Kommunikation unzureichend geregelt sind. Es muss klar kommuniziert sein, wann der Beschäftigte zu erreichen ist, damit die ständige Erreichbarkeit und das schleichende Eindringen von Arbeit in das Privatleben verhindert wird. Am praktikabelsten ist nach wie vor eine Mischform aus Home-Office und der Anwesenheit an der Arbeitsstelle.

 

Arbeiten von unterwegs

In einigen Branchen ist es notwendig, von unterwegs aus zu arbeiten, beispielsweise im Vertrieb. Unternehmen können ihre Arbeitskultur auch in diesem Bereich weiterentwickeln:

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Fazit

Die Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation müssen zur Philosophie des jeweiligen Unternehmens passen. Unternehmen lassen sich einiges einfallen, um qualifizierte Mitarbeiter zu binden, dabei sind die betroffenen Mitarbeiter in die Entwicklung und Umsetzung der Maßnahmen miteinzubinden. Zudem sollten die verschiedenen Konzepte und Maßnahmen regelmäßig evaluiert und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden.

 

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